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querstand. musikalische konzepte
Band 5/6: Hanns Eisler
Albrecht Dümling (Hrsg.)
Hanns Eisler (= querstand. musikalische konzepte 5/6)
Stroemfeld Verlag, Frankfurt/Main 2010
324 Seiten, 48 €
ISBN 978-3-87877-980-3
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Inhalt:
Albrecht Dümling
Zur Einführung
I: Eisler, Adorno und die Wiener Schule
Christoph Keller
Eislers frühe Klaviermusik
Albrecht Betz
Wien – Berlin – Paris. Max Deutsch und Hanns Eisler
Peter Gradenwitz
Hanns Eisler als Schüler und als Lehrer
Jürgen Schebera
"Unsere alte, auf 1925 zurückdatierende Freundschaft..."
Adorno-Eisler: Ein spannungsvolles Verhältnis über vier Jahrzehnte – im Spiegel von Brief- und Textzeugnissen
Theodor W. Adorno
Notizen zu Eisler
Martin Hufner
Adorno und Eisler. Aspekte der Zwölftontechnik
Dorothee Schubel
Lieder der Emigranten – Eduard Steuermann und Hanns Eisler komponieren Gedichte von Bertolt Brecht
II: Der eigene Weg
Klaus Völker
Brecht und Eisler einte das Streben nach Vernunft auch in der Musik
Albrecht Betz
Der Komponist als Dialektiker. Hanns Eislers Philosophie der Musik
Gerhard Scheit
Über den Versuch, satirisch zu komponieren. Hanns Eisler und die letzten Tage der Menschheit
III: Komposition für den Film
Hartmut Fladt
"14 Arten den Regen zu beschreiben". Zur Konstituierung musikimmanenter und musiktranszendierender Semantik bei Eisler
Volker Helbing
Einrichtung für den Konzertgebrauch oder klassizistische Glättung? Editorische Probleme in den beiden Nonetten Eislers
Berndt Heller
Eislers filmmusikalisches Wirken im amerikanischen Exil
A. Dümling / R. Ives
"Besonders interessierten ihn Fragen der Form." Eislers Music Editor erinnert sich
Horst Weber
Eisler-Funde in Los Angeles
Albrecht Dümling
Überwältigung oder dramaturgischer Kontrapunkt. Zur Filmästhetik bei Eisler, Brecht und Eisenstein
Wolfgang Thiel
Hanns Eisler als Filmkomponist nach 1948
IV: Interpretation
Karoly Csipák
11 Thesen zur Eisler-Rezeption
Gerd Rienäcker
Hanns Eisler über Intelligenz und Dummheit in der musikalischen Interpretation – Ansätze zu einer Interpretationsästhetik?
V: Eisler kontrovers
Eisler kontrovers: Komponieren zwischen Material- und Funktionsorientierung. Eine Diskussion mit Albrecht Betz, Konrad Boehmer, Reinhold Brinkmann, Matthias Hansen, Günter Mayer, Jürgen Schebera, Friedrich Schenker
VI: Anhang
Bibliographie
Diskographie
Auszug aus dem Vorwort
Hanns Eisler hatte eine Musik schreiben wollen, die "dem Sozialismus nützt". Die DDR hatte den Schöpfer ihrer Nationalhymne als Staatskomponisten gefeiert. Mussten seit der Wende seine ganzen Bemühungen als gescheitert gelten? Oder lohnte es sich weiterhin, sich mit diesem Komponisten auseinanderzusetzen? Um solche und andere Fragen zu diskutieren, organisierte die Eisler-Gesellschaft im Jubiläumsjahr ein internationales Kolloquium, das vom 26.–28. Juni 1998 im Staatlichen Institut für Musikforschung direkt neben der Berliner Philharmonie stattfand. Theorie und Praxis waren dabei eng miteinander verbunden. So wurden Workshops von Christoph Keller und Axel Bauni zur Interpretation der Klavier- und Vokalwerke durch entsprechende Referate ergänzt. Weitere Themenschwerpunkte waren die Edition, der Kontext der Wiener Schule sowie Eislers Filmmusiken, waren doch diese Themenbereiche, anders als etwa seine langjährige Partnerschaft mit Brecht, in der Forschung bisher unterbelichtet geblieben. […]
„Das Fazit: Es lohnt sich, ihm auch weiter zuzuhören, dem politischen Gang der Dinge zum Trotz“, resümierte Claus-Henning Bachmann zum Eisler-Jubiläum. Er meinte damit Eislers Musik, weniger dessen politisch-ästhetische Zielsetzungen, die 1998 bei einem Roundtable kontroverser diskutiert wurden als drei Jahre zuvor bei einer Debatte in Essen, an der auch Georg Eisler und Leonard Stein teilnahmen. Eine Transkription des Berliner Roundtables, eingeleitet durch provokative Thesen Mathias Hansens, ist in diesem Band dokumentiert.
Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn hatten an der Berliner Eisler-Debatte nicht teilgenommen. Anlässlich eines Symposiums zu "Arnold Schönbergs Berliner Schule", das im November 2001 in der Berliner Akademie der Künste stattfand und in den Musik-Konzepten dokumentiert wurde, entstand aber die Idee zu einem Eisler-Band in dieser Reihe. Die Referate des Berliner Kolloquiums sollten dabei durch weitere Beiträge ergänzt werden. Nicht zuletzt äußerten Metzger und Riehn den Wunsch, die soeben veröffentlichten „Notizen zu Eisler“ von Theodor W. Adorno in den Band aufzunehmen. Dieser Plan stieß bei der Eisler-Gesellschaft, vor allem bei ihrem Vorsitzenden Wolfgang Hufschmidt, auf lebhafte Zustimmung. Die Gesellschaft hielt auch weiter an ihm fest, als unerwartet 2003 der Verlag edition text + kritik den beiden langjährigen Herausgebern der Musik-Konzepte kündigte. Aber Metzger und Riehn ließen sich nicht einschüchtern und fanden mit Unterstützung der Ernst von Siemens Stiftung die Möglichkeit, ihre Reihe als querstand. musikalische konzepte beim Verlag Stroemfeld weiterzuführen. Es stand fest, dass einer der ersten Bände Hanns Eisler gewidmet sein würde. Trotz aller Verzögerungen wurde dieses Versprechen gehalten, wie die jetzt vorliegende Publikation belegt.
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