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Hanns Eisler in Gars-Thurnau, 1957 / © Archiv Dr. Jürgen Schebera, Berlin

 Die diesjährigen EislerTage finden vom 1. bis 3. Juni in Wien statt und wurden in Kooperation der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft (IHEG) mit dem Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) konzipiert. Das Programm umfasst drei Konzerte und das Symposion Zwischen Welten – Hanns Eisler und die Umbruchjahre 1918–38–48-68. Die Tagung nimmt den 120. Geburtstag Hanns Eislers 2018 zum Anlass, ausgehend von zeitgeschichtlich bedeutsamen und für den Komponisten auch persönlich einschneidenden „8er-Jahren“ künstlerisch-biografische Um- und Aufbrüche zu thematisieren.

News

A-Cappella-Chöre bei Breitkopf & Härtel erschienen

Pünktlich zum 300. Jubiläum des Verlags Breitkopf & Härtel ist im Rahmen der Hanns Eisler Gesamtausgabe Band 5 der Serie I (Chormusik) erschienen: A-cappella-Chöre 1925–1932, herausgegeben von Johannes C. Gall.

Die in diesem Band vorgelegten Kompositionen für Chor a cappella machen Eislers sukzessive Politisierung nachvollziehbar. Bereits die Drei Männerchöre op. 10 nach Worten von Heinrich Heine etablieren ein zeitgemäßes gemeinschaftsmusikalisches Gegenmodell zur Innerlichkeit der Gesangsvereinstradition. In den Vier Stücken für Gemischten Chor op. 13 nach eigenen Texten heißt es programmatisch: »Auch unser Singen muss ein Kämpfen sein!«. Diesen Anspruch auf vokale »Kampfmusik« erfüllen insbesondere die Massenchöre – Stücke, die nicht mehr primär für die Aufführung im Konzertsaal konzipiert, sondern auf politischen Veranstaltungen und, so der Titel eines Demonstrationslieds für Chor und kleine Trommel, Auf den Straßen zu singen sind. Ihre Schlagkraft bezieht diese Kampfmusik aus dem treibenden Metrum und den aggressiven Rhythmen des Marsches, einprägsamer Melodik sowie einer zumeist auf lapidaren Dreiklangsfolgen beruhenden Harmonik – häufig mit kirchentonalem Einschlag und in rebellischem Mollcharakter.

Die vor allem für die Arbeiterbewegung der Weimarer Republik relevanten Kompositionen liegen bisher nur in verstreuten und zum Teil schwer greifbaren Einzelausgaben vor. Ein großer Gewinn des Bandes I/5 besteht daher nicht zuletzt in der erstmaligen vollständigen Zusammenstellung der Chorstücke aus den Jahren 1925 bis 1932.
(Johannes C. Gall)

Insbesondere für professionelle und semiprofessionelle Chorvereinigungen dürfte dieser Band eine echte Entdeckung sein – ein Schatz, der darauf wartet, klingend gehoben zu werden.
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