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Die Hanns Eisler Gesamtausgabe (HEGA)


Herausgegeben von der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft 
in Zusammenarbeit mit Stephanie Eisler und der Stiftung Archiv der Akademie der Künste Berlin

Editionsleitung
Gert Mattenklott, Christian Martin Schmidt

Editionsbeirat
Noten: Hermann Danuser, Hartmut Fladt, Werner Grünzweig, Christian Martin Schmidt, Frieder Zschoch
Schriften: Albrecht Betz, Konrad Boehmer, Gert Mattenklott, Günter Mayer, Albrecht Riethmüller, Jürgen Schebera

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Thomas Ahrend, Tobias Faßhauer, Maren Köster

Die Editionsarbeiten werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.
Einzelne Bände werden durch die Unterstützung folgender Institutionen ermöglicht:
Klöckner-Stiftung, Lotto-Stiftung

Die großen gesellschaftlichen und musikalisch-ästhetischen Umwälzungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die Biografie von Hanns Eisler ebenso wie seine Kompositionen und Schriften entscheidend geprägt. Die Bedeutung und das weite Spektrum seines Schaffens sind Grund genug, das Werk in voller Breite der Wissenschaft und der musikalischen Praxis zugänglich zu machen.
Die Hanns Eisler Gesamtausgabe (HEGA) verfolgt die Absicht, sämtliche erreichbaren Kompositionen, Schriften und Briefe der Öffentlichkeit in wissenschaftlich angemessener Form vorzulegen. Sie versteht sich als historisch-kritisch und zielt darauf ab, die Wandlungen der Kompositionen und Schriften als deren Geschichte darzustellen und so die verschiedenen Fassungen als Zeugnisse unterschiedlicher ästhetischer und zeitgeschichtlicher Positionen kenntlich zu machen.
(aus dem Vorwort der Editionsleitung)


Deutscher Musikeditionspreis 2003.

Veröffentlicht bei Breitkopf & Härtel


Übersicht

Serie I: Chormusik (8 Bände)
Band 1: Deutsche Symphonie, hrsg. von Thomas Ahrend und Thomas Phleps (i. V.)
Serie II: Musik für Singstimme und Ensemble oder Orchester (4 Bände)
Serie III: Musik für Singstimme und Klavier (Bandzahl noch unbestimmt)
Band 1: Lieder 1917-1920, hrsg. von Julia Rittig-Becker (i. V.)
Serie IV: Instrumentalmusik (10 Bände)
Band 1: Orchestermusik, hrsg. von Michael Polth (i. V.)
Band 10: Klaviermusik, hrsg. von Christoph Keller und Christian Martin Schmidt (i. V.)
Serie V: Bühnenmusik (10 Bände, zzgl. 5 Bände Fassungen)
Band 3: Die Rundköpfe und die Spitzköpfe, hrsg. von Thomas Ahrend und Albrecht Dümling
Band 5: Höllenangst, hrsg. von Peter Schweinhardt (i. V.)
Serie VI: Filmmusik (Bandzahl noch unbestimmt)
Serie VII: Skizzen und Fragmente (Bandzahl noch unbestimmt)
Serie VIII: Bearbeitungen fremder Werke (Bandzahl noch unbestimmt)
Serie IX: Schriften, Briefe und Gespräche (11 Bände)
Band 1.1-3: Gesammelte Schriften, hrsg. von Günter Mayer (i. V.)
Band 3.1-2: Johann Faustus, hrsg. von Gert Mattenklott und Friederike Wißmann (i. V.)
Band 4.1-3: Briefe von Hanns Eisler, hrsg. von Jürgen Schebera (i. V.)

 

Editionsplan


Noten

Serie V/Bd. 3: Die Rundköpfe und die Spitzköpfe op. 45 (1962)  
hrsg. von Thomas Ahrend und Albrecht Dümling
(bereits erschienen)

Serie V/Bd. 5: Höllenangst (1948) 
hrsg. von Peter Schweinhardt

Serie I/Bd. 1: Deutsche Symphonie (1930-1958) 
hrsg. von Thomas Ahrend und Thomas Phleps

Serie III/Bd. 1: Musik für Singstimme und Klavier 1 [1917-1922]
hrsg. von Julia Becker-Rittig 

Dumpfe Trommel und berauschtes Gong (1917) Galgenlieder (1917) 
Die Mausefalle [mit obligater Violine] (1918) 
[Es war im Mai] (1918) 
Ich habe die Ladung gehabt (1918) 
[Ich pflückte deine Blume, o Welt] (1918) [Particell?] 
Laß alle Spannung der Freude (1918) 

[O nimm mir dies geringe Wissen von der Schönheit] (1918) 
Tod (1918) 
Und wenn sie schlafen [1. „Der Wind trieb alle Blütenblätter", 2. „Und wenn sie schlafen"] (1918) 
Unter Feinden (1918) 

Von der Armut und vom Tode (1918) [Particell?]
[Was ist die Traurigkeit?] (1918) 
Wenn der Tag vorbei (1918) 
Zwei Kinderlieder (1918) Ausblick (1918) 

[Auf einer grünen Wiese in weißem Kleid] (1918) [Leise an verschlossener Türe] (1918) 
Nun ist ein Tag zu Ende (1918) 
Ständchen (1918) Totenopfer (1918) Trinklied [Version 1] (1918) 

Von der Langeweile (1918) Nachtgruß (1918) 
Nach dem Traum (1918/19) 
Zwei Lieder für eine hohe Stimme und Klavier [1. Herbst („Die Sonneblumen leuchten am Zaun", 2. „Wenn Du es so haben willst"] (1918/19) 
Dunkler Tropfe (1919) 
Tanzlied der Rosetta (1919) 

[Immer wieder nahst du, Melancholie] (1918/20) 
Am Morgen [2 Fassungen] (1920) 
[Zwei Lieder für Gesang und Klavier] [1. „Nenn ich dich Aufgang oder Untergang", 2. „Im Frühling"] (1920) 
Zwei Lieder für Gesang
und Klavier [1. Bitte an den Hund („Wenn mein Geliebter in der Nacht", 2. Rondell („Verflossen ist das Gold der Tage"] (1920)

Serie IV/Bd. 1: Orchestermusik 
hrsg. von Michael Polth

Scherzo mit Solovioline (1938) 
Thema mit Variationen (1938) 
Fünf Orchesterstücke (1938-1940)

Serie IV/Bd. 10: Klaviermusik
hrsg. von Christoph Keller und Christian Martin Schmidt

[Fünf Klavierstücke] (1918/22) 
Sonate für Klavier op. 1 (1922/23) 
Klavierstücke op. 3 (1923) 
Sonate für Klavier in Form von Variationen op. 6 (1924/25) 

Klavierstücke op. 8 (1925) 
[fertiggestellte Stücke aus:] Zwölf kleine Klavierstücke (1927) 
Kleine Musik zum Abreagieren sentimentaler Stimmungen (1930) 
Klavierstücke für Kinder op. 31 (1932/34) 
Sieben Klavierstücke op. 32 (1932/34) 

Sonatine (Gradus ad parnassum) op. 44 (1934) Drei kleine Präludien (1941) [verworfen; Anhang?] 
Variationen für Klavier (1941) 
3. Sonate für Klavier (1943) 

Drei Fugen (1946) 
Improvisation [Fuge] („Ernst Bloch zum 70. Geburtstag" (1955)

Serie IV/Bd. 6: Kammer-Symphonie (1940) 
hrsg. von Tobias Faßhauer

Serie IV/Bd. 7:  Nonett Nr. 1 (1939) 
Nonett Nr. 2 (1941) 
hrsg. von Volker Helbing

 

Schriften

Serie IX/Bd. 1.1:  Gesammelte Schriften 1921-1938, 
hrsg. von Günter Mayer
Bd. 1.2: Gesammelte Schriften 1938-1953, 
hrsg. von Günter Mayer
Bd. 1.3: Gesammelte Schriften 1953-1962, 
hrsg. von Günter Mayer

Serie IX/ Bd. 3.1:  Johann Faustus, 
hrsg. von Gert Mattenklott u. Friederike Wißmann
Bd. 3.2: Johann Faustus, 
hrsg. von Gert Mattenklott u. Friederike Wißmann

Serie IX/Bd. 5.1: Briefe von Hanns Eisler 1, 
hrsg. von Jürgen Schebera
Bd. 5.2:  Briefe von Hanns Eisler 2, 
hrsg. von Jürgen Schebera
Bd. 5.3: Briefe von Hanns Eisler 3, 
hrsg. von Jürgen Schebera

 

Die Vorgeschichte

Um alle Eisler-Quellen zu sammeln, zu erforschen und quellenkritisch herauszugeben, wurde 1963 an der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin das Hanns Eisler-Archiv begründet. Mit einem von Nathan Notowicz, dem ersten Archiv- und Editionsleiter, betreuten Notenband startete 1968 die Edition der Gesammelten Werke (EGW). Manfred Grabs erarbeitete das Konzept einer wissenschaftlich-kritischen Gesamtausgabe und setzte die Edition sowie die Sammlung und Katalogisierung der Primär- und Sekundärquellen fort. Das von ihm herausgegebene Handbuch „Hanns Eisler. Kompositionen - Schriften - Literatur“ (Leipzig 1984) verzeichnet die bis dahin zugänglichen Quellen einschließlich der Sekundärliteratur. Betreut von Grabs und seinem Nachfolger Eberhardt Klemm erschienen bis 1989 beim VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig drei weitere Noten- sowie fünf Schriftenbände.

Nach 1989

Auf die Ereignisse von 1989 und den Tod Eberhardt Klemms (1991) folgte die Auflösung der Forschungsabteilung der Akademie der Künste der DDR, der das Eisler-Archiv bis dahin zugehört hatte. Das Land Berlin erwarb den Eisler-Nachlass und stellte ihn der neugegründeten Stiftung Archiv der Akademie der Künste zur Verfügung, wo die bisherige Stelle des Archiv- und Editionsleiters inzwischen nicht mehr existierte. Um die Gesamtausgabe auf neuer Basis fortzuführen, wurde am 21. Mai 1994 auf Initiative von Stefanie Eisler, der Witwe des Komponisten, und dem von ihr mit der Neuorganisation der Edition betrauten Musikwissenschaftler Albrecht Dümling die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft e. V. gegründet. Zu ihrem Vorsitzenden wurde Wolfgang Hufschmidt gewählt. Im Auftrag der Erben schloss die Gesellschaft 1998 mit dem Verlag Breitkopf & Härtel einen Vertrag zur Herausgabe der Werke des Komponisten.

Die Hanns Eisler Gesamtausgabe (HEGA) ist interdisziplinär. Sie behandelt sowohl die Kompositionen als auch die Schriften Eislers auf dem gegenwärtigen Stand der literatur- und musikwissenschaftlichen Editionsphilologie. Vorgesehen sind ca. 50 Bände in neun bis zehn Serien Noten und einer Serie Schriften. Die Edition der Kompositionen ist unter Leitung von Prof. Dr. Christian Martin Schmidt  an der Technischen Universität Berlin, die der Schriften unter der Leitung von Prof. Dr. Gert Mattenklott an der Freien Universität Berlin angesiedelt. Das Editionsprojekt führt vormals in Ost und West geteilte Zweige der Eisler-Forschung zusammen. Darüber hinaus stehen in der Gesamtausgabe verschiedene Generationen von Wissenschaftlern in einem produktiven Austausch.  

Die Gesellschaft konnte bei der Stiftung Deutsche Klassenlotterie sowie der Peter Klöckner-Stiftung Duisburg Mittel zum Start der Edition anwerben. Damit wurden u.a. Herausgeberverträge für zwölf Noten- und Schriftenbände finanziert. Seit 1998 existiert eine Arbeitsstelle der Hanns Eisler Gesamtausgabe HEGA am Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin. Neben der Editionsleitung, bestehend aus Prof. Mattenklott und Prof. Schmidt, sind drei Mitarbeiter, die Musikwissenschaftler Thomas Ahrend, Tobias Faßhauer und Maren Köster, in der Eisler-Edition tätig. Seit dem Jahre 2000 werden diese drei Mitarbeiterstellen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert, die die Hanns Eisler Gesamtausgabe als Langzeitprojekt fördert.